So kannst du deine Rentenpunkte berechnen
Die Rentenpunkte, auch Entgeltpunkte (EP) genannt, sind einer der Faktoren, aus denen sich die gesetzliche Altersrente errechnet. Mit unserem Rentenpunkte-Rechner ermittelst du deine Entgeltpunkte in nur wenigen Schritten.
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Was sind Rentenpunkte und wo findet man sie?
Rentenpunkte sind eine Art künstliche Währung, die direkten Einfluss auf die Höhe der monatlichen Rentenauszahlungen hat. Du findest die Punkte im Rentenbescheid, aber du kannst auch selbst die Rentenpunkte berechnen. Aus den Punkten kannst du wiederum deine Rente ermitteln. Noch leichter funktioniert das mit unserem Rentenrechner.
Du sammelst die Rentenpunkte während der Erwerbstätigkeit. Ein Teil deines Einkommens geht an die gesetzliche Rentenversicherung, wenn du gesetzlich sozialversichert bist. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 18,6% (Stand 2026) des Bruttolohns. Beim abgeführten Betrag handelt es sich nicht um die Rente, die du dir ansparst. Stattdessen errechnen sich daraus die Rentenpunkte. Diese wiederum benötigst du, um deine späteren, monatlichen Rentenauszahlungen zu ermitteln. Als weiterer Faktor ist auch das durchschnittliche Einkommen aller Rentenversicherungsnehmer relevant. Neben des eigenen Einkommens spielt also das jährliche deutsche Durchschnittseinkommen, das für 2026 vorläufig bei 51.944€ liegt, eine Rolle für die genaue Berechnung der Entgeltpunkte.
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Die Rechnung veranschaulichen wir an einem Beispiel. Gehen wir von einem deutschen Durchschnittsbruttolohn von 52.000€ im Jahr und einem tatsächlichen Bruttojahreslohn von 57.200€ aus. Der Zeitraum der Erwerbstätigkeit beträgt in unserem Beispiel 45 Jahre. Mit 57.200€ liegt das Einkommen 10% über dem Durchschnitt, woraus sich der Faktor 1,1 ergibt. Das heißt, du hast pro Jahr 1,1 Rentenpunkte verdient. Bei einer Erwerbstätigkeit von 45 Jahren ergibt das 49,5 Entgeltpunkte.
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Während du den Zeitraum der Erwerbstätigkeit sowie dein durchschnittliches Bruttojahreseinkommen selbst kennst, ermittelt die Deutsche Rentenversicherung den Durchschnittsbruttolohn in Deutschland.
Rentenpunkte-Rechner im Detail erklärt
Der Großteil der Rentenpunkte errechnet sich aus den Jahren der Erwerbstätigkeit. Dafür werden lediglich zwei verschiedene Zahlen benötigt: den Einzahlungszeitraum in Jahren und das Verhältnis des Jahreslohns zum Durchschnittslohn. Kindererziehung, Pflege für Angehörige sowie beispielsweise Zivildienst werden ebenfalls für die Rentenpunkte berücksichtigt. Sie berechnen sich aus anderen Faktoren und werden zu den Rentenpunkten addiert, die du in der Erwerbstätigkeit gesammelt hast.
Um deine Entgeltpunkte mit unserem Rentenpunkte-Rechner zu ermitteln, füllst du folgende Felder aus:
Bundesgebiet: Bis Ende 2024 wurden Löhne aus den neuen Bundesländern bei der Berechnung der Rentenpunkte hochgewertet. Relevant ist die Angabe deshalb nur für Einkommen, die du vor 2025 im Osten erzielt hast.
Rentenpflichtige Arbeitsjahre: Hier gibst du die Jahre an, in denen du erwerbstätig und gesetzlich sozialversichert warst.
Durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen: Da sich das Jahresgehalt in der Regel häufiger ändert, ist das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen relevant. Berücksichtigt werden alle Jahreseinkommen, die du während der rentenpflichtigen Erwerbstätigkeit erhalten hast.
Arbeit im Zivil- / Wehrdienst: Hast du Zivil- oder Wehrdienst geleistet, gehst du in den Jahren nicht ohne Rentenpunkte aus. Beachte, dass die Zeit hier in Monaten angegeben wird.
Berufsausbildung vor Abschluss des 25. Lebensjahres: Auch eine Berufsausbildung wird mit maximal 3 Jahren auf die Rentenpunkte angerechnet, zumindest vor Vollendung des 25. Lebensjahres.
Erzogene Kinder: Für die Kindererziehung bekommst du Rentenpunkte gutgeschrieben. Wie viele das sind, hängt davon ab, ob die Kinder vor oder nach dem 01.01.1992 geboren worden sind.
Arbeitslosengeld I: Die Zeit, in der du eventuell Arbeitslosengeld I bezogen hast, wird für die Rentenpunkte berücksichtigt. Dafür sind die Höhe des letzten Monatsbruttogehalts vor ALGI sowie die Bezugsdauer relevant.
Unterschied der Rentenpunkte Ost / West
Der Wert der Rentenpunkte ist seit dem 01.07.2023 in Ost und West gleich. Einen Unterschied gab es bis Ende 2024 noch bei der Berechnung der Punkte: Löhne aus den neuen Bundesländern wurden mit einem Umrechnungsfaktor hochgewertet. Relevant war dabei nicht der Wohnort, sondern der Beschäftigungsort. Seit dem 01.01.2025 entfällt diese Hochwertung. Im Rentenbescheid sind die Rentenpunkte ohne weitere Kennzeichnung die Rentenpunkte, die durch die Erwerbstätigkeit im Westen entstanden sind. Warst du im Osten tätig, findest du die Angabe „Entgeltpunkte (Ost)“.
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Auch beim Durchschnittsentgelt gibt es keine Unterscheidung mehr. Es liegt 2026 vorläufig bei 51.944€.
Was zählt als rentenpflichtige Arbeitsjahre?
Zu den rentenpflichtigen Arbeitsjahren gehören lediglich die Jahre, in denen du gesetzlich sozialversichert bist oder warst. Das ist in der Regel der Fall, wenn du als Angestellter arbeitest. Besuchst du ab deinem 17. Geburtstag eine Schule, Fachschule oder Hochschule, werden bis zu 8 Jahre als Anrechnungszeit berücksichtigt. Diese Zeiten zählen bei bestimmten Wartezeiten mit, bringen dir aber keine Rentenpunkte. Der Beitrag für die Rentenversicherung geht automatisch von deinem Lohn ab. Wenn du zum Beispiel als Selbstständiger oder als Freiberufler arbeitest, wird der Rentenversicherungsbetrag nicht automatisch abgeführt. Stattdessen besteht die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Da der Betrag der abgeführten Beiträge selbst festgelegt wird, errechnet sich auch die Rentenhöhe auf andere Weise und ist nicht direkt abhängig vom Bruttojahreseinkommen.
Rentenpunkte für Kindererziehung
Erziehst du Kinder, erhältst du dafür unter bestimmten Umständen einen festgelegten Betrag an Rentenpunkten, ohne dafür in die Rentenversicherung einzahlen zu müssen. Die Rentenpunkte bekommt das Elternteil, das das Kind überwiegend erzieht. Obwohl das als Mütterrente bezeichnet wird, besteht die Option sowohl für Mütter als auch für Väter. Die Möglichkeit besteht aber nicht nur für die leiblichen Eltern, sondern auch beispielsweise für Stief-, Adoptiv- Pflegeeltern. Wichtig ist, dass ein dauerhaftes Pflegeverhältnis besteht, während kein leibliches Elternteil hauptsächlich an der Erziehung beteiligt ist.
Um die Rentenpunkte zu berechnen, ist es relevant, wann die Kinder geboren wurden. Bei Geburten vor dem 01.01.1992 wird ein Erziehungszeitraum von 30 Monaten berücksichtigt. Ab dem 01.01.2027 steigt er durch die sogenannte Mütterrente III auf 3 Jahre. Ausgezahlt wird der Zuschlag wegen des hohen Umsetzungsaufwands aber erst ab 2028, dann rückwirkend. Bei Kindern, die danach geboren wurden, beträgt die Zeit genau 3 Jahre. Pro Jahr entspricht der angerechnete Betrag genau 1 Rentenpunkt, also aktuell 42,52€ Rente pro Monat. Das entspricht also den Rentenpunkten, die du mit dem Durchschnittsverdienst sammeln würdest.
Durchschnittliche Rentenpunkte Tabelle – Wie viele Rentenpunkte sind normal?
Wenn du deine Rentenpunkte berechnest, kommt es auf die ermittelten Durchschnittsentgelte der verschiedenen Jahre an, in denen du die Punkte gesammelt hast. Die durchschnittliche Anzahl der Rentenpunkte liegt ungefähr bei der Anzahl der erwerbstätigen Jahre, vorausgesetzt dass ein Normalverdiener circa das Durchschnittsgehalt verdient und somit 1 Rentenpunkt pro Jahr sammelt.
| Jahr | Durchschnittsentgelt |
| 2017 | 37.077€ |
| 2018 | 38.212€ |
| 2019 | 39.301€ |
| 2020 | 39.167€ |
| 2021 | 40.463€ |
| 2022 | 42.053€ |
| 2023 | 44.732€ |
| 2024 | 47.085€ |
| 2025 (vorläufiger Wert) | 50.493€ |
| 2026 (vorläufiger Wert) | 51.944€ |
Gehen wir davon also aus, dass du 45 Jahre lang erwerbstätig warst und immer genau das Durchschnittsgehalt bekommen hast, hättest du genau 45 Rentenpunkte. Durch verschiedene Phasen wie Kindeserziehung, Arbeitslosigkeit und andere Gründe, aus denen du eine Zeitlang nicht erwerbstätig warst, verringern sich die Punkte etwas. Liegt dein Jahresgehalt über dem Durchschnitt aller Rentenversicherten, erhältst du mehr Rentenpunkte. Liegst du unter dem Durchschnitt, bekommst du weniger.
Neben dem Durchschnitt gibt es auch Höchstsätze, die sich ebenfalls nach dem Durchschnittsentgelt richten. So liegt die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2026 bundesweit bei 101.400€ Jahreslohn. Verdienst du genau den Höchstsatz oder mehr, kannst du also maximal rund 1,95 Rentenpunkte für 2026 sammeln.
Rentenpunkte kaufen - Geht das?
Bist du über 50 Jahre alt und hast bereits in die Rentenversicherung eingezahlt, kannst du zusätzlich Rentenpunkte kaufen. Mit dieser Ausgleichszahlung gleichst du Abschläge aus, die bei einem vorzeitigen Rentenbeginn anfallen. Dadurch stockst du deine Rente auf. Wenn du daran interessiert bist, kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag darauf stellen. Die Versicherung ermittelt dann, welchen Höchstbetrag du einzahlen kannst.
Du kannst außerdem einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, wenn du feststellst, dass du die Mindestversicherungslaufzeit von 5 Jahren nicht erfüllst. Durch freiwillige Beiträge kannst du gegebenenfalls dennoch einen Anspruch auf die gesetzliche Altersrente bekommen. Die Mindestversicherungszeit beträgt 5 Jahre.
Die Kosten für Rentenpunkte belaufen sich im Jahr 2026 auf 18,6% des vorläufigen Durchschnittsbruttogehalts von 51.944€. Bei den 18,6% handelt es sich um den Rentenversicherungsbeitrag, der vom Gehalt aller Versicherungsnehmer abgeht. 1 Rentenpunkt kostet dementsprechend rund 9.662€. Für die monatlichen Rentenauszahlungen entspricht das aktuell einem Wert von 42,52€.