Wie funktionieren eigentlich unsere Banken – Banken einfach erklärt
Kleine Begriffserklärung
Wenn man in Deutschland von einer Bank spricht, dann sind meistens die klassischen Banken gemeint, bei denen Privatkunden ein Girokonto führen, sparen oder einen Kredit aufnehmen können.
Zu den bekanntesten Banken im Privatkundengeschäft zählen in Deutschland:
- Volksbanken
- Sparkassen
- Postbank
- Commerzbank
- Deutsche Bank
- DKB
Diese Banken werden auch als Retailbanken bezeichnet. Abgesehen davon gibt es Banken, die stärker auf das Investmentbanking spezialisiert sind. Dazu gehören Banken, die Unternehmen bei Börsengängen, Übernahmen oder der Kapitalbeschaffung unterstützen oder im Wertpapierhandel aktiv sind. Diese Banken sind typisch dafür:
- Goldman Sachs
- UniCredit
- JP Morgan
- UBS
- Commerzbank
- Deutsche Bank
Wenn sich eine Bank dazu entscheidet in beiden Geschäftsbereichen aktiv zu sein, dann spricht man von einer Universalbank zu denen gehören
- Goldman Sachs
- JP Morgan
- Morgan Stanley
- Bank of America
- Barclays
Wenn sich eine Bank dazu entscheidet, in mehreren Geschäftsbereichen aktiv zu sein, spricht man von einer Universalbank. Diese Banken regeln Bankangelegenheiten für Privat- und Firmenkunden und betreiben Investmentbanking. Diese Banken gehören zum Beispiel dazu:
- UniCredit
- UBS
- Commerzbank
- Deutsche Bank
Viele Investmentbanken verfolgen mittlerweile den Ansatz der Universalbank, um das Risiko zu reduzieren. Gleichzeitig gibt es weiterhin spezialisierte Banken, die sich auf einzelne Bereiche konzentrieren.
Die Funktionsweise von Retailbanken
Banken wie die Volksbank, Sparkasse oder die Postbank haben mehrere wichtige Einnahmequellen.
Einkommensquelle 1: Das Aktivgeschäft
Das Aktivgeschäft ist ein anderer Begriff für das Kreditgeschäft, bei dem die Bank Kredite an ihre Kunden vergibt.
Gibt die Bank also beispielsweise einen Privat- oder Immobilienkredit, so fällt das unter das Aktivgeschäft.
Einkommensquelle 2: Das Passivgeschäft
Das Passivgeschäft, das auch Einlagengeschäft heißt, beschreibt die Verwaltung der Kundengelder durch die Bank.
Dazu zählen zum Beispiel Sichteinlagen in Form von Guthaben auf dem Girokonto oder Tagesgeld sowie Termineinlagen wie Festgeld.
Einkommensquelle 3: Die Zinsmarge
Den größten Teil des Gewinns macht die Bank mit der sogenannten Zinsmarge. Einerseits verleiht die Bank Geld und erhält dafür Zinsen. Andererseits zahlt sie Kunden Zinsen für deren Guthaben. Den Gewinn erzielt die Bank, indem sie für den Kredit mehr Zinsen verlangt, als sie ihren Kunden auszahlt.
Sie vergibt zum Beispiel einen Unternehmenskredit mit 6% Zinsen. Das Aktivgeschäft wird zum Teil durch das Passivgeschäft finanziert.
Wenn die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto beispielsweise 1,5% betragen, dann liegt die Zinsmarge für die Bank bei 4,5%, da die 1,5% von den 6% des Kredits abgezogen werden.
Von diesen 4,5% muss die Bank ihre laufenden Kosten bezahlen, Risikorückstellungen bilden und das, was am Ende übrig bleibt, ist der Gewinn aus Zinsertrag.
Diese Zinsmarge zwischen Aktiv- und Passivgeschäft ist die Haupteinnahmequelle einer Bank.
Einkommensquelle 4: Das Kommissionsgeschäft
Banken verdienen ihr Geld aber auch mit Dienstleistungen, die unter das Kommissionsgeschäft fallen. Dazu zählen zum Beispiel:
- Gebühren für Konten
- Provisionen für vermittelte Finanzprodukte
- Depotgebühren und Transaktionskosten
- Gebühren für Karten und Fremdwährungsservice
Die meisten Serviceleistungen einer Bank befinden sich genau in diesem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft.
Wenn du in die Türkei fliegen möchtest und vorab türkische Lira haben willst, kannst du diese bei der Bank bestellen.
Deine Bank wird dir die Lira dann gegen eine gewisse Kommission liefern.
Genauso ist es bei deinem Broker, der für jeden Kauf oder Verkauf von Wertpapieren Gebühren verlangen kann.
Solche Einnahmen zählen zum Kommissionsgeschäft, da sie nicht über die Aktiv- oder Passivseite der Bank erzielt werden.
Die Geschäftsbereiche einer Retailbank
Die hier aufgeführten Geschäftsbereiche sind natürlich nicht für jede Bank gleich, sondern unterscheiden sich von Bank zu Bank. Schauen wir uns für das Beispiel einmal die typischen Geschäftsbereiche einer Bank an.
Das Privatkundengeschäft
Banken unterteilen ihre Kunden in der Regel in verschiedene Kundenkategorien, wie A-, B- und C-Kategorien. Das machen sie, um einen besseren und passenderen Beratungsstandard anzubieten. Je nach Bank kann diese Einteilung unterschiedlich ausfallen.
C-Kunden sind häufig Kunden, die kein hohes Einkommen und keine besonders hohe Geschäftsbeziehung mit der Bank haben. Üblicherweise haben sie ein Girokonto, einen kleinen Kredit und vielleicht noch ein Tagesgeldkonto oder ein Sparbuch. In diesem Segment ist die Beratung oft eher standardisiert. Wenn überhaupt Anlageprodukte vermittelt werden, dann häufig eher einfache Produkte wie ein Bausparvertrag oder staatlich geförderte Vorsorgeprodukte wie die Riesterrente. Das Vermögen liegt häufig unter 50.000€.
Das B-Kundensegment sind Kunden, die schon etwas mehr Geld verdienen und über ein höheres Vermögen verfügen. Meist haben sie ein frei verfügbares Vermögen zwischen 50.000€ und 250.000€. Sie planen manchmal, bald ein Haus zu kaufen, wodurch sie für die Bank oft interessanter als C-Kunden sind. Hier zählt auch das Girokonten- und Kartengeschäft sowie das Geschäft mit Dispo- oder Konsumentenkrediten.
In diesem Segment spielt häufig auch Immobilienfinanzierung eine Rolle.
Die höchste Kundenkategorie nach Vermögen und Einkommen sind die sogenannten A-Kunden. Sie werden meistens vom Private Banking oder Wealthmanagement betreut. Im Bereich Private Banking sind die Berater etwas erfahrener oder besser ausgebildet, da individuellere Lösungen möglich sind.
Um als A-Kunde zu gelten, muss dieser ein liquides Mindestvermögen besitzen. Die Grenze, wann man als A-Kunde gilt, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Je mehr Vermögen die Kunden haben, desto individueller läuft die Vermögensverwaltung ab. Oft erhalten Kunden eine individuelle Vermögensverwaltung ab 250.000€ bis 500.000€.
Das Private Banking Geschäft ist für die Banken ein sehr profitables, da es hohe Provisionen gibt und hohe Anlagesummen bewegt werden. Die Banker müssen dementsprechend gut ausgebildet sein, sich gut mit den Produkten auskennen und immer für die Kunden zur Verfügung stehen.
Ein Segment, welches nur wenige Banken anbieten, ist das Family Office. Das wird meist nur von Großbanken angeboten. In diesem Fall betreut ein Berater ein oder zwei sehr wohlhabende Familien, auf die er sich spezialisiert hat und berät sie umfassend. Die Kunden haben meist mehrere Millionen, die verwaltet werden.
Das Firmenkundengeschäft
Das Firmenkundengeschäft ist ein lukratives und interessantes Geschäft für die Bank. Das Geschäft mit Firmen ist sehr kreditorientiert und der größte Teil des Umsatzes wird mit Krediten erwirtschaftet. Es ist deswegen interessant, da es um größere Kreditvolumina als im Privatkundengeschäft geht.
Außerdem sind Finanzierungslösungen im Firmenkundengeschäft häufig individueller als bei standardisierten Privatkundenprodukten. Hierfür werden meist zusätzliche Gebühren verlangt.
Das Asset Management
Im Bereich Vermögensverwaltung, oder auch Asset-Managment genannt, werden Kundengelder von der Bank gesammelt und aktiv angelegt. Solche Kunden können Privatanleger, aber auch institutionelle Anleger sein, wie zum Beispiel Pensionskassen.
Das Fazit
Es lässt sich zusammenfassen, dass eine Bank ein Mittler, ein sogenannter Intermediär ist. Die Bank bringt die, die einen Geldüberschuss haben und das Geld bei der Bank gerne parken möchten, mit denen zusammen, die Geld aktuell benötigen, also Kredite in Anspruch nehmen wollen oder müssen, zusammen.
Denjenigen, die den Geldüberschuss haben, zahlt die Bank Zinsen für das geparkte Geld und von denjenigen, die einen Kredit benötigen, verlangt die Bank Zinsen, die höher ausfallen als die Zinsen, die den „Geldgebern“ bezahlt werden.
Die Banken haben auch eine ganze Palette an Dienstleistungen, für die sie Provisionen und Kommissionen erhalten. Diese Dienstleistungen können von einfachen Beratungen bis hin zum Geldabheben im Ausland oder dem Wechsel von Währungen bei der Bank vor Ort reichen.
💰